Die Akaflieg Darmstadt

Die Akademische Fliegergruppe Darmstadt (kurz Akaflieg) ist eine Hochschulgruppe der TU Darmstadt. Gegründet wurde sie im Jahr 1920 von Studenten, die sich nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Motorflugverbot der Siegermächte konfrontiert sahen: Sie setzten sich das Ziel, das motorlose Fliegen unter Ausnutzung von Aufwinden zu erforschen und eigene Segelflugzeuge zu bauen.

Daran hat sich bis heute nicht viel geändert: Die Mitglieder der Akaflieg sind Studenten, die einen großen Teil ihrer Freizeit mit dem Konstruieren und Bauen von Segelflugzeugen verbringen. Dazu steht der Akaflieg eine große Werkstatt mit Konstruktionsbüro zur Verfügung, die sich auf dem Campus Stadtmitte der TU Darmstadt befindet. Nach wie vor spielt die Forschung eine große Rolle: Die Akaflieger wollen nicht nur Segelflugzeuge bauen, sondern auch neue Konzepte ausprobieren – jedes Projekt soll innovativ, jedes Flugzeug ein Einzelstück sein. Dabei hat die Akaflieg den entscheidenden Vorteil, dass sie unabhängig vom Markt forschen kann. Im Gegensatz zu den Herstellern von Serienflugzeugen muss sie nicht auf Wirtschaftlichkeit achten und kann uneingeschränkt experimentieren. In den vergangenen Jahrzehnten wurden unterschiedlichste Projekte umgesetzt: die nur 54 Kilogramm schwere D-28, die D-40 mit „Taschenmesserflügel“ und die D-43 mit Side-by-Side-Sitzanordnung. Diese und andere Flugzeuge der Akaflieg sind mehr als bloße Experimente: Sie erzielen gute Flugleistungen hinsichtlich Gleitzahl und Höchstgeschwindigkeit und stellen Rekorde auf (1. Platz Deutsche Meisterschaften 1964).

Die Akaflieg Darmstadt ist neben neun anderen Akafliegs Mitglieder der Idaflieg, einer Interessengemeinschaft, die als Bindeglied zwischen den einzelnen Akafliegs fungiert. Mit regelmäßigen Veranstaltungen stärkt die Idaflieg den Erfahrungsaustausch über die Auslegung und den Bau von Flugzeugen. Einen Höhepunkt stellt dabei das dreiwöchige Sommertreffen dar, welches jährlich in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) stattfindet. Dabei werden die Flugleistungen (auch von Serienflugzeugen) vermessen, Akaflieg-Konstruktionen erprobt und „gezachert“, ein nach Hanz Zacher benanntes Verfahren zur Flugeigenschaftsuntersuchung von Segelflugzeugen.